Leipziger Resolution der gemeinnützigen Vereine
Gemeinnützig tätige Vereine erbringen wertvolle Leistungen für die Gesellschaft. Ihre Arbeit ist unentbehrlich für den Erhalt des Gemeinwesens und kann nicht nur vom Ehrenamt geleistet werden. Mit gemeinnütziger Arbeit ist in der Regel keine materielle Wertschöpfung verbunden. Deshalb können die Vereine diese Leistungen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. Sie sind auf eine öffentliche Vergütung angewiesen. Die politische Entwicklung auf dem so genannten Zweiten Arbeitsmarkt erschwert jedoch die gemeinnützige Arbeit oder macht sie sogar unmöglich. Die Situation hat sich besonders in Leipzig negativ entwickelt.
Forderungen sind:
Erstens:
Den Begriff „Arbeit“ auf Erwerbsarbeit zu reduzieren, entspricht nicht den Erfordernissen unserer modernen Gesellschaft. Jede Form von Arbeit muss sich an ihrem gesellschaftlichen Nutzen messen, über diesen sind dann auch gemeinnützige Tätigkeiten zu honorieren.
Zweitens:
Schaffung kurzfristiger und praktikabler Übergangslösungen, um die akute Problemsituation in den Vereinen zu lösen!
Es müssen Mittel bereitgestellt werden, die die aufgrund der gesetzlichen Neuregelung wegfallende Förderung ausgleichen und damit die laufenden Projekte und Vorhaben absichern.
Drittens:
Vereine als Träger von Maßnahmen können keine sozialpädagogische Betreuung leisten. Der Abbau von individuellen Vermittlungshemmnissen und das „Fitmachen“ für den ersten Arbeitsmarkt können nicht in die Verantwortung von Gemeinwesen orientierten bzw. gemeinnützigen Vereinen gegeben werden, da in diesen EHRENAMTLER mit dem Einsatz ihrer Freizeit, individueller juristischer und finanzieller Haftung aktiv sind und in Verantwortung stehen! Diese Aufgabe muss von hierzu geeigneten Strukturen erfüllt werden!
Viertens:
Förderung von Arbeitsplätzen in den Vereinen als Arbeitgeber statt Förderung von Langzeitarbeitslosen in den Vereinen als Maßnahme Träger! Somit erhalten sowohl die arbeitsuchenden Menschen als auch die Arbeit gebenden Vereine für die Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen, die verdiente Anerkennung und eine nachhaltige Perspektive.
Artikel in der L-IZ