Die Leipziger Jugendhilfevereine erwarten im kommenden Jahr wieder drastische Einschnitte bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche:
Projekte stehen vor der Schließung, Öffnungs- und Betreuungszeiten müssen massiv eingeschränkt werden, weitere Kurse und Angebote fallen komplett aus.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
Bereits 2012 haben die von der Stadt bereitgestellten Fördermittel nicht annähernd ausgereicht. Die Folge war: zwei Jugendtreffs mussten komplett schließen, andere ausgerechnet während der Ferien ihre Arbeit unterbrechen, Ferienangebote sind reihenweise ausgefallen, Öffnungszeiten von Beratungsangeboten mussten reduziert werden, Kurse und Projekte konnten nicht stattfinden. Für 2013 hält die Stadt an dieser Fördersumme fest.
Die Betriebs- aber auch die Personalkosten steigen weiter. Jede Kostenerhöhung bedeutet bei gleichbleibenden Gesamtetat eine Reduzierung der Fachkraftstunden und damit der Zeit, die für Kinder und Jugendliche aufgebracht werden kann.
Laut dem neuen Fachplan Jugendförderung sollen in den nächsten Jahren weitere Angebote der Schulsozialarbeit und der Familienbildung geschaffen werden. Noch mehr Projekte bedeuten bei gleichbleibenden Gesamtetat noch weniger Ressourcen für jedes einzelne Angebot und insgesamt noch mehr Verwaltungsaufwand. Die Leipziger Jugendhilfe droht dadurch zu einem sprichwörtlichen Potemkinschen Dorf zu verkommen.
Seit über zehn Jahren müssen die Jugendhilfeträger immer mit der gleichen Summe wie im Vorjahr auskommen. Mehrmals gab es auch Kürzungen. 2012 mussten die Träger mit dem Ausfall von fast jeder dritten Stelle klarkommen, die bis dahin über Arbeitsmarktinstrumente finanziert wurden. Damit ist ein regulärer Betrieb der Einrichtungen nicht mehr möglich.
Doch eine Prüfung des tatsächlich notwendigen Bedarfs hat in all den Jahren nicht stattgefunden. Die meisten Vereine erhalten mittlerweile nur noch zwei Drittel der aus fachlichen Gesichtspunkten mindestens notwendigen Finanzierung. Gerichte haben mittlerweile bestätigt, dass diese Kürzungen nicht rechtens sind. Die Stadtverwaltung verschleiert die katastrophale Situation weiter. So wurde beispielsweise bei der Erstellung des aktuellen Fachplans Jugendförderung die Frage, was die Umsetzung des Planes kosten würde und wie das finanziert werden soll, komplett außen vor gelassen.
Diese Situation spiegelt auch die Haushaltsplanung für das kommende Jahr wieder. Sie ignoriert die konkreten Bedarfe der einzelnen Maßnahmen, die geänderten Bedingungen durch den neu beschlossenen Fachplan und sogar einen einstimmigen Beschluss des Jugendhilfeausschusses, in dem die Fachleute bereits am 2. April 2012 eine deutliche Erhöhung der Fördersumme ab 2013 festgelegt haben.
Gegen diesen falschen Ansatz im Haushaltsplan kann jeder bis Mittwoch, 24. Oktober 2012 ganz unbürokratisch Einspruch einlegen. Diese Einsprüche müssen dann vom Stadtrat behandelt werden.
Die Einsprüche sind für alle drei Teilbereiche der Jugendhilfe notwendig: Einfach die drei folgenden Links nacheinander aufrufen und jeweils oben rechts im Feld „Unterstützung des Einwandes“ markieren, wie sehr man diesen Einwand unterstützen möchte. Nach dem Klick auf „Weiter“ wird die Unterstützung gezählt. Eine Registrierung ist dazu nicht notwendig.
Bitte unterstützt die Einwände für den Erhalt einer angemessenen Jugendhilfe in Leipzig hier:
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Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Freien Träger der Jugendhilfe in Leipzig (AGFT)